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Amblyopie - Früherkennung

Was ist eine Amblyopie?

Amblyopie bezeichnet eine anhaltende Sehschärfeverminderung eines oder beider Augen die nicht auf organische Erkrankungen zurückführbar ist. Amblyopie kann nur vor dem 10. Lebensjahr behandelt werden, da die Augenentwicklung ab diesem Zeitpunkt meist abgeschlossen ist. Während der anfänglichen Entwicklungsphase führen andere Augenerkrankungen dazu, dass das Sehen nicht richtig erlernt werden kann oder die Sehinformationen sogar komplett ausgeschaltet werden.
In Europa ist jeder zwanzigste Mensch von dieser Krankheit betroffen. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands BVA empfiehlt Vorsorgeuntersuchungen für jedes Kind. Amblyopie soll damit früher erkannt werden, um die Behandlungschancen zu verbessern und Spätfolgen zu vermeiden.


Wie macht sich das bemerkbar?

Wenn beide Augen betroffen sind, wird dies von den Patienten fast immer als behandlungsbedürftig empfunden. Betroffene mit einer Einschränkung auf nur einem Auge nehmen ihre Schwachsichtigkeit oft gar nicht erst wahr weil Sie sich daran gewöhnt haben. Bleibt die Amblyopie unbemerkt, kann das eine Sehschärfe unter zwei Prozent nach sich ziehen, was mit einer einseitigen Blindheit gleichzusetzen ist.

Eltern sollten bei ihren Kindern auf verschiedene Alarmsignale achten, da Kinder die Sehschwäche oft nicht selbst wahrnehmen können.


Anzeichen für eine Sehschwäche bei Kindern:

  • Schielen
  • Familiäre Vorerkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Schnelle ermüdung der Augen
  • Konzentrationsprobleme
  • Übermäßiges Zwinkern und Blinzeln
  • Probleme bei Spielen und Greifen
  • Leseschwierigkeiten


Ursachen

In den ersten drei bis vier Lebensmonaten bildet sich das Sehsystem aus, und genau in dieser Zeit entsteht normalerweise eine Amblyopie. Verschiedene Ursachen können eine Amblyopie verusachen.


Es werden drei Gruppen unterschieden:

Suppressions-Amblyopie
einseitiges Schielen (Strabismus)

timulus-Deprivations-Amblyopie
grauer Star, Katarakt
Verdeckung der Pupille z.B. durch ein hängendes Augenlid (Ptosis)

Refraktionsamblyopie
durch eine Krümmung (Astigmatismus) der Linse oder Hornhaut sowie durch eine starke Fehlsichtigkeit (Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit)


Die Gemeinsamkeit aller Amblyopie-Formen ist die fehlstende oder nicht ausreichende Stimulanz der Nervenzellen, welche für eine normale Sehschärfe notwendig sind. Dadurch werden die neuronalen Verbindungen im Hirn nicht im ausreichendem Maße ausgebildet.


Risikofaktoren

Mögliche Risikofaktoren für Amblyopien sind:

  • Schielen (Strabismus)
  • Unterschiedliche Brechungsverhältnisse zwischen beiden Augen (Anisometropie)
  • Höhergradige beidseitige Fehlsichtigkeit (Ametropie)
  • Familiäre Vorerkrankungen
  • Lidanomalien (Ptosis)
  • Trübungen der Linse (Katarakt, Grauer Star) oder Hornhaut
  • Frühgeburten oder Geburtskomplikationen


Diagnostik

Amblyopien können vom Augenarzt mit einem Sehtest festgestellt werden.

  • Prüfung der Sehschärfe
  • Ausschluss anderer Augenerkrankungen
  • Untersuchungen auf verschiedene Schielformen



Behandlung

Es sind mehrere Ursachen der Ambyopie bekannt die jedoch alle gemeinsam haben, dass das Auge falsche Impulse bekommt und sich dadurch der für die visuelle Wahrnehmung zuständige Teil der Großhirnrinde (visueller Cortex) nicht richtig ausbilden kann. Dadurch kommt es zu einer Sehverschlechterung. Wenn die Amblyopie früh diagnostiziert wird, stehen die Chancen auf eine Genesung bzw. Verbesserung besser als in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium.
Die Behandlung richtet sich nach der ursächlichen Erkrankung und hat das Ziel, dass die für die Sinneszellen des Auges gedachten Reize wieder korrekt übertragen werden.
Eine durch Fehlsichtigkeit (Kurz- oder Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit oder Astigmatismus) bedingte Amblyopie wird mit Brillen bzw. Kontaktlinsen behandelt. Liegt ein Grauer Star vor, kann die Amblyopie auch durch die operative Korrektur des grauen Stars behandelt werden.
Eine Okklusionstherapie, bei der das bessere Auge für eine vom Augenarzt bestimmte Zeit abgedeckt wird, damit das schwächere Auge wieder zu alter Sehschärfe gelangen kann, ist in vielen Fällen auch erfolgsversprechend. Zusätzlich ist noch eine Behandlung mit Augentropfen oder speziellen Brillengläsern möglich. Des weiteren ist ein Training des schwächeren Auges in einer Sehschule möglich.


Folgen bei Nichtbehandlung:

Eine frühe Untersuchung beim Augenarzt ist aus Gründen der Vorsorge sehr ratsam. Kleinkinder sollten sich während der vierten und achten Lebenswoche und im Alter von drei Jahren eine augenärztliche Untersuchung unterziehen, da eine früh erkannte Amblyopie sich gut behandeln lässt. Die Behandlung sollte möglichst vor dem Schulalter beginnen, da sie sehr zeitintensiv sein kann. Wird eine Amblyopie nicht rechtzeitig behandelt, kann es im schlimmsten Fall zu einer Erblindung des gesunden Auges kommen. Außerdem kann es zu Konzentrationsproblemen und Bewegungsbeeinträchtigungen kommen.






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Prof. Dr. Jost B. Jonas


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