Müdigkeit und Schlappheit in der Schwangerschaft

Müdigkeit und Schlappheit in der Schwangerschaft

Schwangere werden besonders zu Beginn einer Schwangerschaft mit einer Reihe von körperlichen Problemen konfrontiert. So sind Schwangerschaftsübelkeit, Verdauungsprobleme und Müdigkeit sicher ihre prominentesten Begleiter.

Als ‘Hauptübeltäter‘ hierfür wurde von der Wissenschaft das Sexualhormon Progesteron ausgemacht. Gibt es noch weitere medizinische Ursachen für die extreme Müdigkeit und Erschöpfung in der Schwangerschaft, und wenn ja: Wie lassen sich diese in ihren Wirkungen einschränken?

Medizinische Ursachen von Müdigkeit während der Schwangerschaft

Bereits mit der Befruchtung der Eizelle läuft der Organismus auf Hochtouren. Die Produktion des Schwangerschaftshormons Progesteron ist in dieser Phase bereits um das 15-fache erhöht. Und sie wird im Laufe der Schwangerschaft weiter langsam kontinuierlich zunehmen.

Das Sexualhormon Progesteron ist dafür verantwortlich, die Schwangerschaft am Laufen zu halten, indem es die Gebärmutter durchblutet und entspannt (zur Vermeidung von frühzeitigen Kontraktionen). Die Durchblutung der Gebärmutter ist essentiell für das Ungeborene. So wird gewährleistet, dass es ausreichend mit Sauerstoff und elementaren Nährstoffen über die Plazenta versorgt wird. Das Blutvolumen nimmt daher um bis zu 25 Prozent zu.

Um diese vermehrte Aufnahme leisten zu können, nimmt die Elastizität der Venen durch das erhöhte Progesteron zu. Das gesteigerte Blutvolumen verursacht bis zum Ende der Schwangerschaft eine Zunahme der Fließgeschwindigkeit von 50ml/min am Anfang der Schwangerschaft auf 700ml/min. Die Zunahme des Blutvolumens spiegelt sich auch in der Vergrößerung des Herzmuskels wieder und damit einhergehend in der Steigerung der Pulsfrequenz um bis zu 20 Schläge mehr pro Minute.

Auch der Stoffwechsel der Schwangeren ist einer Veränderung unterzogen. Sind die Wachstumsvorgänge anfangs auf die Bildung von Fettgewebe konzentriert, so liegt der Fokus später auf der Entwicklung der Plazenta und des Embryos.

All die beschriebenen Vorgänge und der komplexe Umbau des Hormonhaushaltes sind dafür verantwortlich, dass Schwangere vor allem im 1. Trimester häufig mit verstärkter Müdigkeit und Schlappheit während der Schwangerschaft zu kämpfen haben.

Natürlich gibt es hier große individuelle Unterschiede, abhängig sowohl vom Alter und der Konstitution der Schwangeren als auch der Art der Schwangerschaft (Mehrlingsschwangerschaften haben in der Regel ausgeprägtere Begleiterscheinungen zur Folge).

Müdigkeitsverlauf während der Schwangerschaft

Da die Produktion von Progesteron anfangs sehr, schnell sehr hoch ist und der Körper aufgrund der Hormonumstellung unter starkem Stress steht, ist die Müdigkeit im ersten Trimester besonders ausgeprägt. Hinzu kommt, dass viele Frauen sich in dieser Phase oft übergeben müssen, es fehlen dann oft wichtige Mikronährstoffe wie Eisen, deren Abstinenz das Müdigkeitsgefühl zusätzlich verstärken.

Im zweiten Trimester hat sich der Organismus an die veränderte Situation angepasst, auch steigt die Produktion von Progesteron nur noch leicht an.

Zu einer Steigerung der Müdigkeit kommt es dann allerdings wieder im dritten Trimester. Hier kommt es zu einer massiven Gewichtszunahme des Babys. Bis zu 200 Gramm pro Woche. Zusätzlich vergrößert sich der Bauchumfang und es kommt vermehrt zu Wassereinlagerungen, die das Gesamtgewicht der Schwangeren auf bis zu 10 Kilogramm erhöhen. Außerdem werden die Kindsbewegungen intensiver und stärker spürbar, was sich negativ auf den Schlaf auswirken kann.

5 Tipps für weniger starke Müdigkeitssymptome

Das beste Mittel gegen Müdigkeit ist natürlich Schlaf – ganz besonders in der Schwangerschaft. Man sollte auf den Körper hören und den Impulsen, ein Nickerchen zu halten, nach Möglichkeiten nachgeben.

Was kann sonst noch gegen die Schwangerschafts-Müdigkeit getan werden?

  1. Es sollte versucht werden, den Kreislauf stabil zu halten mit Maßnahmen wie Massagen oder Kneip-Kuren.
  2. Keine großen Mahlzeiten, lieber kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt konsumieren. Dabei auf zu viel Zucker und Fett verzichten.
  3. Geringe Mengen Kaffee zu trinken, hilft morgens gegen den niedrigen Blutdruck.
  4. Milde Sportarten wie Yoga oder Wassertreten praktizieren.
  5. Auf von außen zugeführtes Progesteron verzichten. (Es wird von Ärzten gerne verschrieben, um vorzeitigen Kontraktionen vorzubeugen. Die Wirkung ist in diesem Bereich allerdings nicht nachgewiesen. Offensichtlich ist nur seine müde-machende Wirkung.)

Quellen: